Wissenswertes für Ihren Urlaub

Stornierung der Reise - was tun?


Wenn man eine gebuchte Reise stornieren muss, ist das immer ärgerlich. Als Gast hat man sich auf die lang ersehnte und geplante Reise gefreut und wenn dann alles ins Wasser fällt – aus welchen Gründen auch immer – so ist das natürlich extrem bedauerlich. Der Ärger ist dann meist groß und die Urlaubsstimmung ist dahin.

 

Grundsätzlich sollte man sich VOR Reisebuchung genau informieren, wo man gebucht hat und zu welchen Bedingungen. Diese können variieren, abhängig davon, ob der Urlaub bei einem namhaften Reiseveranstalter online oder im Reisebüro gebucht wurde oder ob man sich die Reise selbst zusammengestellt, d.h. Flüge, Unterkunft und gegebenenfalls Mietwagen einzeln gebucht hat. In letztem Fall schließt man separate Verträge mit den einzelnen Anbietern ab und muss somit auch alle einzeln individuell stornieren. Alle Bausteine sind also einzeln und unabhängig voneinander zu betrachten und stehen in keinerlei Zusammenhang. Dies ist bei einer Pauschalreise anders, hier haben Sie einen Ansprechpartner und müssen also nur bei einem Anbieter stornieren.

Sollten Sie Ihre Unterkunft bei einem privaten Anbieter, beispielsweise direkt beim Eigentümer oder über einen Reisevermittler gebucht haben, gelten andere Stornobedingungen als bei einer Pauschalreise. Grundsätzlich gilt hier das klassische Mietrecht und der Vermieter bzw. Eigentümer hat Anspruch auf Zahlung des vereinbarten Mietpreises. Der Anspruch ergibt sich aus den nach deutschem Recht geltenden gesetzlichen mietvertraglichen Regelungen, sofern der Veranstalter oder Vermittler seinen Firmensitz in Deutschland hat. Als Mieter können Sie das Mietverhältnis nur aus einem „außerordentlich wichtigem Grund“ kündigen gemäß §542 II BGB. Dies gilt auch für Kurzzeitvermietungen, also für Ferienwohnungen oder Ferienhäuser und beläuft sich in der Regel auf rund 90% des Übernachtungspreises, sofern keine separate Vereinbarung getroffen wurde.

Bei Stornierungen von Ferienunterkünften gilt übrigens nicht das 14-tägige Widerrufsrecht, auch nicht bei online-Buchungen. Die Stornierungsbedingungen gelten ab Tag der Buchung bzw. Bestätigung durch den Vermieter.

Als Mieter ist man bei einer Stornierung nicht von der Mietzahlung entbunden, egal ob diese aus privaten oder gesundheitlichen Gründen erfolgt (§537 ff BGB). Es ist daher immer ratsam sich entsprechend abzusichern, beispielsweise durch eine Reiserücktrittsversicherung oder/und eine Reisekrankenversicherung. Seriöse Anbieter von Ferienimmobilien weisen auch expliziert darauf hin oder gegeben sogar Tipps, wo Sie direkt eine Versicherung abschließen können. Manche reguläre Krankenversicherungen bieten auch günstige Tarife für Ihre Mietglieder für einen Auslandsaufenthalt oder eine Reise an und auch der ADAC hat gute Angebote für seine Mitglieder und auch nicht-Mitglieder. Es ist in jedem Fall ratsam sich vor Reiseantritt genau zu informieren, ob man ggf. bereits abgesichert ist oder sich noch zusätzlich absichern sollte.

Der Vermieter darf jedoch nur die Tage bei den Stornokosten berücksichtigen, die nicht erneut vermietet werden konnten. Er ist aber rechtlich nicht verpflichtet, hierfür Werbung zu machen oder gar für einen Ersatzmieter zu sorgen. Nicht berechnen darf der Vermieter im Falle einer Stornierung die ersparten Aufwendungen wie z.B. Nebenkosten, Reinigung, Touristensteuer bzw. Kurtaxe oder Servicedienstleistungen, welche vor Ort durch den Eigentümer angeboten werden wie Check-in/Check-out und Ansprechpartner vor Ort. Bei den Stornokosten ist der reine Übernachtungspreis als Basis zu verwenden.

Falls Sie über einen Reisevermittler oder Reisemittler gebucht haben, ist meist eine Anzahlung geleistet worden. Diese ist in der Regel nicht erstattbar, da sie quasi die Provision des Reisevermittlers darstellt. Dieser hat seine Leistung erbracht, nämlich die Vermittlung der Ferienunterkunft und hat demzufolge auch Anspruch auf Zahlung der Leistung in vollem Umfang.

Auch für einen Reisevermittler gilt: Er ist nicht verpflichtet, die Ferienimmobilie durch Werbemaßnahmen erneut zu vermieten oder für einen Ersatzmieter zu sorgen. Der Mieter kann allerdings einen Ersatzmieter stellen, der jedoch der vorherigen Zustimmung des Vermieters bedarf.

Viele Reiseagenturen oder Reisevermittler bieten zudem moderate, von den oben genannten starren und strengen Stornierungsbedingungen abweichende Stornobedinungen an. Diese sind meist gestaffelt und abhängig vom Zeitpunkt der Stornierung. Die Bedienungen müssen dann in jedem Fall klar kommuniziert werden oder sind in den AGB des entsprechenden Anbieters zu finden. Es empfiehlt sich also, die AGB genau zu lesen, denn Unwissenheit schützt im Falle einer Auseinandersetzung nichts.

Es ist auch rechtlich ein Unterschied, ob Sie über einen Reisevermittler oder über eine Reiseagentur gebucht haben. Den Unterschied erkennt man zum Beispiel daran, dass eine Agentur mehrere Leistungen anbietet, wie Unterkunft, Mietwagen, Flüge etc. Alle Leistungen werden direkt über die Agentur gebucht und Sie erhalten auch die Bestätigung für alle gebuchten Leistungen von der Agentur. Ein Reisevermittler darf rechtlich nur eine Leistung anbieten, wie zum Beispiel die Ferienunterkunft. Er kann weitere Leistungen empfehlen, wie Mietwagen, Reiseversicherung oder Aktivitäten vor Ort, diese müssen jedoch separat beim jeweiligen Anbieter gebucht werden. Der Reisevermittler haftet also nicht für andere gebuchte bzw. von ihm empfohlene Leistungen. Ein Reisevermittler haftet auch nicht für mögliche Schäden im gemieteten Mietobjekt. Haftbar ist hier der jeweilige Eigentümer. Der Reisevermittler versucht zwar in den meisten Fällen zu vermitteln, Rechtsansprüche müssen jedoch direkt an den Eigentümer gerichtet werden, es sei denn der Reisevermittler wurde vom Eigentümer als Vertretung benannt und eingesetzt.

In manchen Fällen ist der Vermieter bzw. Eigentümer auch kulant und bietet an, die Reise zu einem anderen Zeitpunkt nachzuholen und verzichtet bei Einigung auf einen anderen Termin komplett auf die Stornokosten. Dies ist jedoch in individuelles Entgegenkommen seitens des Vermieters. Rechtlich hat der Mieter hierauf keinen Anspruch.

Fazit: Informieren Sie sich vor Ihrer Reise genau über die Bedingungen, insbesondere die Stornierungsbedingungen und sichern Sie sich ggf. noch über eine entsprechende Versicherung ab. Auch wenn in meisten Fällen nichts passiert und man seinen Urlaub wie geplant antreten und genießen kann, es gibt bekanntlich immer für alles ein erstes Mal und dann ist es besser, man ist vorbereitet.