Kategorie: Reiseberichte

Unterwegs auf den Terrassenfeldern von Mallorca


Terrassenfelder auf Mallorca

Mallorca hat seine Hauptanbaugebiete in der Landwirtschaft in der Mitte der Insel, der sogenannten Pla-Ebene. Aber auch in den Bergen gibt es viele Terrassenfelder, welche entweder bewässert werden oder auf Regen angewiesen sind, je nach Höhenlage. Um die Feuchtigkeit besser halten zu können, hat man Bäume angepflanzt, welche ohne Bewässerung auskommen und auch nicht zwingend Früchte tragen. Sie speichern Feuchtigkeit und geben dem Boden und den Feldern Halt.

Viele Pflanzen und Bäume wachsen oder werden in solchen Terrassenfeldern angebaut:

Mandelbäume

Die Mandelbäume blühen meist ab Mitte Januar und tragen dann im Herbst ihre Früchte. Mandeln sind seit jeher ein beliebtes und viel genutztes Produkt in Mallorca. Die essbare Frucht befindet sich gut geschützt im Inneren zweier Schalen, welche entfernt bzw. aufgeklopft werden müssen. Heutzutage erledigen Maschinen diese mühsame Arbeit. Die Schalen werden übrigens weiter im einem Kraftwerk zum Beheizen genutzt. Es gibt sogar Öfen auf Mallorca, die speziell mit Mandelschalen beheizt werden, denn die gibt es jedes Jahr reichlich auf Mallorca.

Frucht des Johannisbrotbaumes

Johannisbrotbäume
Die Johannisbrotbäume tragen großen bohnenartigen Früchte oder Schoten, welche sich mit zunehmender Reife von grün bis schwarzbraun färbt. Die Schale der Schoten ist recht fest und es braucht ein wenig Geschick, sie zu öffnen. Essbar sind hier übrigens nicht die Kerne, wie man vermuten mag, sondern die gelbe Schicht, welche die Kerne umgibt. Aus diesem Fruchtfleisch wird Kaftansyrup hergestellt, denn es enthält rund 50% Zucker. Die Ernte des Johannisbrotbaumes wird auf Mallorca hauptsächlich als Viehfutter verwendet, da es auch Kälte gut vertragen kann und nicht verdirbt.

Auch in der Arzneimedizin findet die Frucht des Johannisbrotbaumes Anwendung oder wird als Verdickungsmittel für Lebensmittel verwendet.

Öl- oder Olivenbäume
Der Öl- oder Olivenbaum ist vorwiegend in den höherliegenden, steinigen Terrassen zuhause oder sie stehen außerhalb der Terrassen zwischen den Felsen. Dass die meisten Olivenbäume auf Mallorca jedoch keine echten Olivenbäume sind, wissen die wenigsten. Es handelt sich um die sogenannten wilden Olivenbäume, welche nur kleine Früchte trägt. Erst durch Veredelung mit anderen Sorten kann man die begehrten Früchte ernten, aus denen sich das beliebte Olivenöl gewinnen lässt.

Wer auf Mallorca schon einmal Oliven von Bäumen pflückt und probiert hat, spuckt sie wegen ihres bitteren Geschmacks meist schnell wieder aus, denn erst die überreifen, braunen und etwas eingeschrumpelten Früchte sind genießbar.

Speiseoliven werden heute mithilfe von Salz entbittert und auf den vielen Märkten auf der Insel kann man viele verschiedenen Sorten probieren und kaufen. Das Holz des Olivenbaumes, der sehr alt werden kann, wird vor allem wegen seiner Härte geschätzt und gerne verarbeitet. Auf Mallorca findet man viele nützliche Artefakte aus Olivenholz, welche überall angeboten werden.