Kategorie: Reiseberichte

Santa Maria del Cami


Santa Maria del Cami, ein kleiner Ort auf der Sonneninsel Mallorca, wird immer am Sonntag Anziehungspunkt für viele Inselbewohner und Urlauber, denn der Wochenmarkt hat seinen eigenen Charme, ist einzigartig und bietet alles, was Mallorca an saisonalen Produkten zu bieten hat. Und das wissen wir stets zu schätzen.

Zahlreiche Handwerker, viel Landwirtschaft:  All das und dazu die Geschichte prägen dieses kleine Dorf der Insel. Denn: Die Straße, die durch den Ort führt, verband schon immer die Inselhauptstadt Palma de Mallorca mit Alcudia, früher „Pollentia“ im Norden und stammt aus der Zeit, als die Römer hier auf dem sonnigen Eiland waren. Deshalb trägt Santa Maria den Namen „del Cami“, was nichts anderes heißt als „am Wege“.

Der Klostergarten sowie die Klause gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Die Franziskaner waren damals hier und bauten das „Convent dels Minims“.  Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Kloster allerdings Sitz des Menoritenordens. Einen Blick wert ist auch der alte Brunnen aus dem 17. Jahrhundert, der in der Gemeinde „Sa Sinia“ genannt wird. Die Steinblöcke im Inneren, so sagen Archäologen, stammen aus der Zeit der talayotischen Kultur, wofür ich mich seit langer Zeit interessiere. Viele meiner Freunde glauben nicht, wie viel Geschichte die Sonneninsel birgt.

An den Plätzen des kleinen Ortes können Sie Historie atmen, denn die meisten Häuser sind viele hundert Jahre alt und bis heute gut erhalten. Die Fenstergitter in einigen Teilen des Rathauses weisen darauf hin, dass es einige Zeit als Gefängnis gedient hat.

Damit nicht genug. Santa Maria ist auch Sitz einer traditionellen Leinen-Stoffproduktion, das seit Jahrhunderten das typische so genannte „Flammenmuster“ aufweist, auf mallorquin „Robo de Llengos“. Wer Glück hat, kommt pünktlich zu den Öffnungszeiten und kann die alten Webstühle besichtigen, die das traditionsreiche Stoffmuster herstellen. Bleibt das Weingut „Macia Batle“, das auf der Insel allseits bekannt ist. Es liegt nur wenige Minuten vor den Toren des Dorfes.