Kategorie: Reiseberichte

Mit der blendendweißen Bavaria auf See vor Mallorca


Hafen von Porto Christo


Als ich meinen Bootsführerschein im Herbst machte, und das mitten im Ruhrgebiet, lachte sich meine Familie halb schlapp. Ob ich denn in den Armen unseres Kanals ein bisschen schippern wollte, musste ich mich fragen lassen. Ich hatte andere Pläne. Einmal an der Küste Mallorcas in See stechen und die Insel von außen betrachten, das war ein Traum, den ich mir mit der „Fleppe“ in der Tasche verwirklichen wollte.

Trotz meiner 46 Jahre: Ich bestand auf Anhieb den „Bootsführerschein See“ im Medienhafen von Düsseldorf, Theorie inklusive, und buchte den Flug zur Inselhauptstadt Palma. Per Internet hatte ich bereits eine Luxusvilla in der Nähe von Palma mit sieben weiteren Damen gemietet, von denen die eine schon seit Jahren kräftig zur See fährt und mich in der Praxis gut unterstützen konnte, damit wir nicht vom Kurs abkamen.

Cala Murada

Sie hatte auch für drei Tage eine flotte Motoryacht gemietet, auf der wir alle Platz fanden. Die Villa mit traumhaftem Blick aufs Meer lag idyllisch nur wenige Kilometer von Palma entfernt, die Bougainvilleas wuchsen an der Hauswand in violetten Tönen in die Höhe, am Hausservice und der Sauberkeit war nichts auszusetzen. Der Pool schimmerte abends im Licht, als wir, bewaffnet mit Rotwein, Käse und frischem Baguette, das Haus bezogen.

Am nächsten Tag ging es zum Hafen, um das Boot in Besitz zu nehmen. Die blendendweiße und blank gewienerte Bavaria 33 Sport ließ mir beim ersten Anblick das Herz ein Stück tiefer rutschen, denn das Mittelmeer erschien mir plötzlich riesengroß und die Wellen höher als sonst. Doch Maggy, meine tapfere Freundin, gab mir Mut. Maggy ließ die Erklärungen ruhig über sich ergehen, ich hörte mit allen Ohren zu, um ja nichts zu verpassen. Wir legten ab und ich schaute zurück. Und ich war glücklich, denn nach wenigen Minuten hatten wir den Yachthafen von Palma schon hinter uns gelassen.

Hafen von Port de Soller

In den drei Tagen fuhren wir einmal Richtung Nord und sahen Puerto de Soller aus der Ferne, das zweite Mal fuhren wir in südlicher Richtung bis Sa Rápita und übernachteten dort ganz spontan auf unserer Bavaria, den dritten Tag ließen wir es gemütlich angehen und ankerten vor Palmanova.

Da wir die Villa für eine Woche gemietet hatten, machten wir die restliche Zeit Pause vom Aktivurlaub und sahen uns weitere Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Fincas an – im Auftrag von Freunden, die im Herbst auf die Insel kommen möchten. Wenn wir berichten, wie schön es auf dem Schiff war, werden sie sich allesamt demnächst zum Bootsführerschein anmelden wollen.