Kategorie: Reiseberichte

Mallorcas heimliche Paradiese – Die Gärten von Raixa und Alfabia


Wer glaubt, Mallorca besteht nur aus Bergen, Olivenbäumen, Strand und Touristenrummel, der irrt. Mallorca hat sich schon seit langem von dem Putzfrauen-Insel Image befreit und wer sich einmal die Mühe macht, der findet auf Mallorca noch so einige versteckte kleine Paradiese, die sich dem Massentourismus bislang verwehrt haben.

Eines davon sind die wunderschönen Gärten von Alfabia und Raixa.
Hier findet man noch mit dichtem Grün überzogene Laubengänge, stille Teiche, plätschernde Brunnen inmitten einer subtropischen Pflanzenwelt.

Der Gutsbesitz Alfabia war ehemals in arabischem Besitz und man findet hier noch einige Hinweise, die auf diesen Ursprung hinweisen, wie beispielsweise einen arabischen Spruch auf dem Torturm. Da die Farbe Grün in der arabischen Wüstenwelt Mangelware ist, schuf man hier eine Oase – ein kleines Paradis.

Die Erbauer schufen bereits die maurischen Gärten des Alcazar in Sevilla und der Alhambra bei Granada. Vor allem grüne Pflanzen wurden hier eingepflanzt, wie Palmen, Zypressen, Oleander, Lavendel, Efeu, Lorbeer oder Buchsbaum.

Um dem Ganzen noch ein wenig Farbe zu geben, setzte man noch Blumen wie Nelke, Goldlack, Rosen, Ginster, Kornblumen, Lilien sowie Orangen- und Zitronenbäume dazwischen. Die großzügig angelegten künstlichen Paradiese benötigen natürlich viel Wasser, welches man mit Fontänen, Kaskaden, kleinen Teichen und größeren Wasserreservoirs integrierte.

Nicht weit von Alfabia entfernt liegt das ebenfalls ursprünglich arabische Landgut Raixa. Dieses wurde 1797 dem damals herrschenden Kardinal zugesprochen, der zu den einflussreichsten Adelsfamilien Mallorcas gehörte. Kardinal Don Antonio Despuig i Damento ließ dann hauptsächlich italienischen Stil in die Gärten einfließen.

Hier war Symmetrie das höchste Gebot. Noch heute dominieren pompöse Steintreppen die Gärten von Raixa, umringt von Blumenbeeten, Laubengängen und Kieswegen. Als Hobby-Archäologe ließ der Kardinal einige Figuren und Säulen aufstellen, die bei Ausgrabungen zutage traten. Heut sind jedoch nur noch an der berühmten Treppe einige davon zu sehen.

Der Graf von Montenegro verkaufte zu Beginn des 20. Jahrhundert die meisten der Plastiken an die Stadt Palma. Die zentrale Treppe zählt 63 Stufen und ist ein lohnender Blickfang.  Der rechteckige Teich von Raixa war sogar mit seinen 100 Metern Länge lange Jahre lang das größte Wasserreservoir der Insel.

Noch heute zählen die Gärten von Raixa zu den sehenswertesten von ganz Spanien.

Alfàbia
Carretera de Sóller, KM17
Bunyola 07.110 Mallorca

Öffnungszeiten:
Von 1 April - 31 Oktober: Montag bis Samstag von 9:30 bis 18:30 Uhr.
Von 1 November - 31 März: Montag bis Freitag von 9:30 bis 17:30 Uhr - Samstags von 9:30 bis 13:00 Uhr

Ab Mitte Dezember bis Jahresende geschlossen
(alle Angaben ohne Gewähr)