Kategorie: Reiseberichte

Cabrera - Ein Ausflug in ein Naturreservat


Leuchtturm von Cabrera
Leuchtturm von Cabrera

Schon seit vielen Jahren sind mein Mann und ich Spanien -bzw. Mallorca-Fans und fahren, sofern es unsere Zeit zulässt, jedes Jahr 2-3 Wochen auf die Insel oder das Festland. So auch in diesem Jahr. Wie immer, hatten wir uns eine schöne Ferienwohnung gemietet, diesmal in Santa Ponsa, mit Blick auf das Meer. Da wir die Unabhängikeit lieben, haben wir uns immer lieber eine Ferienwohnung oder Ferienhaus in Spanien oder Mallorca gemietet.

Schon immer wollte ich einmal einen Ausflug auf die Insel Cabrera unternehmen, die vor der Küste von Ses Salines liegt, aber irgendwie haben wir es bislang nie geschafft. Dieses Jahr habe ich mich durchgesetzt, und so ging es an einem Tag früh los, denn das Schiff legt bereits kurz nach 09:00 Uhr von Ses Salines in Richtung Cabrera ab, ca. 45 Autominuten von uns entfernt. Die Tickets hatten wir vorher telefonisch bestellt und per Kreditkarte bezahlt, so mussten wir diese nur noch am Schalter abholen. Dieser war auch recht gut direkt am Hafen zu finden.


Festung auf Cabrera
Festung auf Cabrera

Die Insel kann man entweder mit einem normalen Boot oder mit einem Schnellboot erreichen – wir entschieden uns für die „normale“ Variante, schließlich hatten wir Zeit und die Überfahrt war mit ca. 1.5 Stunden nicht zu lang und zudem sehr schön. Während der Fahrt erklärte der Kapitän bereits einiges Wissenswertes über die Insel, was wir jedoch aufgrund der eher schlechten Akustik nicht wirklich verstanden haben. Aber das machte uns nichts, wir genossen die Aussicht und das schöne Wetter.

Zudem konnten wir uns ja in diversen Reiseführern schlaulesen. So wussten wir, dass Cabrera auch die „Ziegeninsel“ genannt wird, da die vor einigen Jahren dorthin gebrachten Ziegen die Insel fast kahl gefressen haben – und, das Cabrera die kleinste zeitweise bewohnte Insel Mallorca ist. Cabrera sowie alle weiteren zum Cabrera-Archipel gehörigen Inseln, sind zum Nationalpark erklärt worden und praktisch unbewohnt, abgesehen von der Garnison und einigen wenigen zivilen Bewohnern.

Blick auf die Bucht von Cabrera
Blick auf die Bucht von Cabrera

Auf Cabrera angekommen, wurden wir sogleich in die Regeln der Insel eingewiesen: Man solle auf den Wegen bleiben und keinen Müll zurück lassen. Zudem wurden wir auf die Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht und man sagte uns, wo das Boot uns dann am Nachmittag bzw. zum Lunch wieder in Empfang nehmen würde.
Aufgrund der doch recht ordentlichen Hitze, entschieden wir uns, erst einmal in die dort befindliche kleine Bodega einzukehren. Die Außentische waren bereits alle besetzt mit Seglern, die in der Bucht geankert und sich zum Lunch hier eingefunden hatten. Wir fanden jedoch ein schönes Plätzchen direkt unter dem Ventilator im Inneren und löschten unseren Durst mit Wasser und einem Cerveza bzw. Shandy (dem spanischen Radler).

Danach ging es zum Festungsturm, welcher aus dem 14. Jahrhundert stammt und damals zum Schutz vor Seeräubern errichtet wurde. Der Weg war zwar nicht lang, aber durch die Hitze recht anstrengend. Der Ausblick, den man von ganz oben genießen konnte, war jedoch die Mühe wert. Nachdem wir ausreichend Fotos gemacht hatten, ging es anschließend an den Strand. Wir fanden glücklicherweise noch ein schattiges Plätzchen, denn in der Sonne war es schon fast zu heiß. Das Wasser war herrlich klar und einige doch recht große Fische schwammen direkt vorne am Wasser entlang – zur Belustigung der vielen Badegäste.

Um 13:00 Uhr kam dann auch unser Boot zum vereinbarten Ankerplatz und es wurde ein kleines Mittagessen serviert. Die Fische und Möwen kannten dies wohl schon, denn sie waren alle rund um das Boot versammelt und warteten auf mögliche Essenreste.

Blaue Grotte
Blaue Grotte

Um ca. 15:00 Uhr ging es dann mit dem Boot weiter zur berühmten Blauen Grotte, der „Cova Blava“ oder „Cova Azul“, einer 160 Meter langen und 50 Meter breiten Höhle, die Ihren Namen durch die Reflexionen erhalten hat, welche das Wasser blau schimmern lassen. Die Blaue Grotte ist nur vom Meer aus zugänglich und wird von Ausflugsbooten sowie den vielen Seglern gerne angesteuert. Hier durften wir ein kurzes ca. 5-minütiges Bad nehmen und das kristallklare Wasser genießen. Danach ging dann wieder weiter in Richtung Hafen von Ses Salines. Am Hafen angekommen, ließen wir den Tag in einem der Cafés an der Promenade ausklingen, bevor wir wieder in Richtung unserer Ferienwohnung fuhren. Auf dem Rückweg fuhren wir noch an den Salzbergen vorbei, wodurch Ses Salines seinen Namen hat, und kauften noch ein Kilo Natur-Meersalz ein, welches man dort an einem Automaten für wenig Geld bekommt. In dem daneben befindlichen kleinen Geschäft gibt es diverse aromatisierte Salz und andere Inselköstlichkeiten zu kaufen, allerdings zu etwas höheren Preisen.

Alles in Allem war der Ausflug ein sehr gelungener Tag, den ich nur jedem empfehlen kann. Man bekommt einen Eindruck von einem ganz anderen Mallorca, welches nicht durch Massentourismus bestimmt ist.