Kategorie: Essen und Trinken 06.12.2010 17:56

Kaktusfeigen – stachelige Gaumenfreuden


Wer hat sich nicht schon gesehen, überall an den Straßenrändern, in den Gärten und auf den Felder wachsen sie, die Kaktusfeigen mit ihren großen stacheligen und fleischigen Blättern.
Mallorca verdankt diese Pflanze den Eroberern, die sie auf ihren vielen Reisen mit auf die Insel brachten und dort ansiedelten. Die figues de moro (Maurenfeige), wie sie von den Mallorquinern genannt wird, wird gerne als Zierpflanze genutzt und oftmals rund um ein Grundstück angepflanzt. Die viele Stacheln halten so unliebsame Besucher fern. In fast jedem Garten sind die Kakteen heute zu finden, ebenso wie die Aloe Vera, die vor allem als Heilmittel sehr nützlich ist.

Die Blätter dienten früher als Zucht der Cochenille-Läuse, die sich auf den Pflanzen hervorragend vermehrten. Aus den getrockneten Larven gewann man einen karminroten Farbstoff, welcher für die Getränkeherstellung und in der Kosmetik verwendet wurde. Mexico exportierte bis zum 19. Jahrhundert Tonnen dieses Farbstoffes nach Europa. 

Besonders zwei der Kaktusarten sind bekannt: Die gewöhnliche oder echte Kaktusfeige, Opuntia ficus barbarica, welche kurze und bleiche Dornen besitzt, und die Opuntia dilleni, welche über bis zu 7 cm lange Stacheln und zitronengelbe Blüten verfügt. Die Früchte der echten Kaktusfeige sind gelblich-rot und manchmal sogar fast weißlich. Hauptblütezeit ist der August, hier kann man die Früchte an den Blatträndern deutlich erkennen. Das Fruchtfleisch ist sehr schmackhaft und von der Farbe her orange oder rot, der Geschmack Süß-sauer. Zur Erntezeit werden die Früchte gerne roh gegessen, sie eignen sich aber auch sehr gut für die Herstellung von Marmelade oder Sorbets. Oft werden die Kaktusfeigen noch roh geerntet und dann bis Weihnachten liegen gelassen, dann sind sie reif für den Verzehr.

Um an das Fruchtfleisch heranzukommen muss man die Haut um den Nabel (Abpflückstelle) sehr vorsichtig entfernen, denn auch in der Schale der Frucht stecken viele kleine haarfeine Stacheln mit Widerhaken, die man natürlich nicht mitessen sollte. Die Stacheln können im Mund unangenehme Entzündungen hervorrufen. Lediglich Kamelen machen die Stacheln nichts aus und sie essen die Früchte leidenschaftlich gerne. Viele Märkte auf Mallorca bieten die Kaktusfeigen bereits geschält und verzehrfertig an, so dass man sich das unliebsame abpulen der Haut sparen kann. Wer es dennoch einmal selbst probieren möchte, der sollte beim Pellen der Früchte in jedem Fall Handschuhe zu tragen.