Kategorie: Essen und Trinken 06.02.2011 18:37

Johannisbrotbaum – Hülsenfrüchte des Mittelmeeres


Den Johannisbrotbaum, ein in Deutschland und nördlichen Gefilden Europas weitgehend unbekannter Baum, ist auf Mallorca häufig zu finden. Er ist, eben dem Olivenbaum und der Mandelbaum, der wohl am häufigsten vorkommenden Baum und man sieht ihn vorwiegend im Mittelmeerraum sowie in Vorderasien, da er ein äußert trockenresistenter und hitzebeständiger, immergrüner Baum ist.

Beschaffenheit:

Er kann bis zu 20 Meter groß werden, erreicht einen Umfang von bis zu 15 Metern in der Baumkrone und ist recht anspruchslos, was sein Standort angeht. Da er sehr empfindlich auf Pestizide reagiert, ist er besonders für den biologischen Anbau sehr gut geeignet.

Das Holz des Johannisbrotbaumes ist sehr hartes Holz mit rustikaler und farbiger Zeichnung, was ihn resistent gegen Verrottung an der Luft macht. Das Holz wird daher sehr gerne für Zäune, Parkett oder Türen verwendet. Aber auch für die Herstellung von Werkzeugstielen und Wanderstöcken eignet sich das Holz des Johannisbrotbaumes bestens.

Die Früchte des Johannisbrotbaumes zählen zu den Hülsenfrüchten und sehen aus wie ledrige Laubblätter. Sie werden ca. 20 cm lang und bestehen aus 2-5 Paaren, meist gegenständiger Fiederblättchen. Diese Fiederblättchen sind 3-7 cm lang und haben eine eiförmige Form.

Die Blattoberfläche der Früchte ist dunkelgrün und glänzend, während die Unterseite rot-braun ist. Die ledrige Konsistenz der Blätter kann das Wasser gut speichern und verhindert die Verdunstung.


Blühtezeit:

Bis der Baum das erste Mal blüht, vergehen ca. 6 Jahre. Die Blüten sind recht unscheinbar und brechen meist im Herbst aus dem Stamm – noch vor dem Erscheinen der jungen Blätter. Die Blüten haben zwei Geschlechter – es gibt allerdings auch zwittrige Blüten – wovon die weiblichen Blüten grünlich sind und einen scheibenförmigen purpur gefärbten Kelch besitzen.

Die männlichen Blüten riechen eher unangenehm und haben bis zu 7 lange Staubblätter in deren Mitte sich ein rudimentärer Griffel befindet. Der Johannisbrotbaum blüht von September bis November.

Die Frucht des Johannisbrotbaumes erhält im Laufe der Zeit eine schokobraune Farbe und wird bis zu 30cm lang. Die Hülsenfrüchte werden erst nach ungefähr einem Jahr reif, können aber monatelang am Baum hängen bleiben. Geerntet werden die Früchte im September und zwar, genau wie die Oliven, mit der Hand. In dem man mit Stöcken gegen die Zweige schlägt, fallen die reifen Fruchtbündel mit der dunkelroten bis schwarzen Färbung zu Boden und können dann aufgelesen werden.

Verwendung der Frucht:

Verwendung finden die nahrhaften Früchte des Johannisbrotbaumes vor allem in ländlichen Gegenden. Sie werden getrocknet oder frisch verzehrt, zu Saft gepresst oder zu Sirup verarbeitet.

Der Kaftanhonik beispielsweise wird aus den Früchten des Johannisbrotbaumes hergestellt. Durch vermahlen des Fruchtfleisches erhält man das sogenannte Carobpulver, eine Art Kakaopulver, welches nicht ganz so bitter ist, wie der Kakao. Der leicht fruchtig-karamellartige Geschmack erinnert an den des Kakaos.

Das Carobpulver ist reich an Ballaststoffen, enthält Vitamin A, B, C, Calcium, Eisen und ist fettarm, wodurch es als Diät - Lebensmittel sehr gut geeignet ist.