Kategorie: Essen und Trinken 24.10.2011 17:01

Früchte auf Mallorca


Anbau und Kultivierung

Früchte werden in Spanien und auch auf Mallorca in sogenannten Huertas angebaut. Das sind Ländereien in einer Ebene, welche über einen Grundwasserbrunnen verfügen und somit eine Bewässerung über das hindurch und demzufolge mehrere Ernten im Jahr garantieren.

Damals wurden die Felder über Wasserschöpfräder (Noria) bewässert, welche von Eseln und Maultieren angetrieben wurden. Einige davon kann man manchmal noch auf den Feldern sehen. Manche Restaurants nutzen die Noria heute auch gerne als Dekoration.

Neben vielen Gemüsesorten werden auch diverse Früchte angebaut und geerntet, allen voran die Orangen und Zitronen, welche besonders in der Gegend um Sóller vorkommen. Es wird daher auch Tal des Goldes genannt.

Zudem werden auf Mallorca auch Khakifrüchte, Freigen und Kaktusfeigen bevorzugt angebaut. Diese werden vorwiegend auf der Insel selbst angeboten und verzehrt und sind nicht für den Export bestimmt.

Khakifrüchte

Die ca. pfirsichgroße Frucht mit rötlicher Farbe reift im Spätherbst und wird gegessen, wenn Sie sehr weich und überreif ist.  Daher sollte man sich auch möglichst direkt nach dem Kauf verzehren, denn sie halten sich nicht sehr lange. Man schneidet sich einfach durch und löffelt sie aus. leuchtende, etwa pfirsichgroße Früchte reifen im Spätherbst, wenn die Bäume bereits ihre Blätter abgeworfen haben. Sie schmecken erst, wenn sie überreif und weich sind und werden dann ausgelöffelt.

Ihren Ursprung hat die Khakifrucht in Asien, wo sie übersetzt „Chinesische Pflaume“ heißt. Der Khakibaum erreicht eine Höhe von bis zu 10 Metern und blüht vom späten Frühjahr bis Frühsommer. Die Früchte werden erst reif, wenn der Baum schon fast alle seine Blätter im Herbst wieder abgeworfen hat. Durch den hohen Anteil von Beta-Carotin ist die Khaki sehr wertvoll für die die Ernährung.

Frische Feigen

Feigenbäume sind recht einfache Pflanzen, da sie nicht bewässert werden müssen und daher auch noch auf trockenem Boden wachsen. Man unterscheidet zwischen blauen und grünen Feigen sowie zwischen frühen und späten Sorten. Die Blauen Feigen werden bereits im August reif, während die spätere Grüne Feige erst im November geerntet wird. Bei den Feigen reifen nicht alle Früchte eines Baumes gleichzeitig. Erst wenn sie sich weich anfühlen, schmecken die Feigen richtig gut und süß.

Auf Mallorca werden Feigen sowohl frisch als auch getrocknet gerne gegessen bzw. verarbeitet. Neben Feigenmarmelade wird auch Feigenbrot mit Mandeln oder Feigenkompott hergestellt. Feigen sind sehr kalorienreich und können daher eine volle Mahlzeit ersetzen.

Befruchtet werden übrigens alle Feigenbäume von den Taillenwespen und manche Feigenbäume können sogar nur von einer ganz bestimmten Wespenart bestäubt werden. Auf Mallorca werden sogar Schweine mit Feigen gemästet. In Deutschland sind Feigen aus Mallorca eher selten zu finden, hier werden meist türkische Früchte angeboten. Wer einmal mit dem Auto zur Feigenzeit durch die Landschaft fährt, der wird oftmals rechts und links der Straße viele Feigenbäume finden.

Kaktusfeigen

Kaktusfeigen gehören, wie der Name schon sagt, zur Familie der Kakteen. Angeblich wurde der Feigenkaktus seinerzeit von Columbus von Mexiko nach Spanien gebracht und erreichte somit letztendlich auch die Insel Mallorca. Das Problem der Kaktusfeigen sind ihre vielen Stacheln, weshalb sie schwer zu ernten und zu verarbeiten ist.

Auf Mallorca sind sie mittlerweile in vielen Gärten oder an vielen Straßenrändern zu finden. Oftmals werden sie auch als natürlicher Zaun genutzt, denn durch die vielen Stacheln bietet sie einen guten Schutz vor Einbrechern. Die Verarbeitung der Früchte erfordert Können und man sollte hier sehr vorsichtig sein, denn die Stacheln haben es in sich.  Am besten man hält sie mit einer Gabel auf dem Teller fest und trennt dann die Kappen auf beiden Seiten mit einem Messer ab. Wenn man dann die stachelige Schale an der Seite aufschneidet, kann man die Frucht mit Messer und Gabel herausschälen.

Granatäpfel

Der Granatapfel, oder Grenadine, ist eine rotbraune Frucht, ähnlich einem Apfel in der Form. Die Schale ist recht fest und im inneren befindet sich die Frucht, bzw. eigentlich sind es viele kleine Früchte bzw. Kerne. Granatäpfel reifen im Herbst und leuchten besonders an den Bäumen, da diese dann bereits schon ihre Blätter verloren haben. Um an die Kerne des Granatapfels heranzukommen bedarf ein wenig Mühe, denn man muss diese mühsam herauspulen. Daher sind die Früchte oftmals auch nicht so beliebt, dabei ist sie sehr wertvoll, denn sie hat einen hohen Anteil an Vitamin C, ist reich an Kalium, Calcium und Eisen.

Geerntet werden Granatäpfel in den Monaten September bis Dezember. Der Saft und die Schale der Frucht werden seit Jahrhunderten schon als Farbstoff für Orienteppiche genutzt bzw. für das Färben von Wolle und Stoffen.

Bekannt ist auch der aus der Frucht gewonnene Grenadine-Sirup, welche zum Mixen von Cocktails verwendet wird.