Kategorie: Mallorca 24.11.2010 16:16

Windmühlen auf Mallorca


Windmühlen sind auf Mallorca kaum zu übersehen – schon beim Landeanflug auf dem Flughafen in Palma de Mallorca kann man sie überall auf den Feldern sehen. Windmühlen haben eine lange Tradition auf Mallorca und galten in der Vergangenheit als wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft Mallorcas. Für das Mahlen von Getreide und für die Wassergewinnung waren sie für die Bauern auf Mallorca lebensnotwendig. Ihre Geschichte geht bis ins Jahr 1229 zurück und sie prägen bis heute das Landschaftsbild der Insel.

Nirgends sonst auf der Welt gibt es so viele Windmühlen auf einer Fläche wie auf Mallorca – einzige Ausnahme: die griechische Insel Kreta. Sie sind so fest in das Landschaftsbild Mallorcas integriert, dass die Regierung der Insel 2004 ein Projekt für die Restaurierung und Instandhaltung dieser Wahrzeichen ins Leben rief. Es gibt auf Mallorca rund 3.300 Windmühlen, von denen ca. 790 zu den sogenannten klassischen Windmühlen zählen – einige stammen sogar noch aus dem 17. Jahrhundert. Es handelt sich hierbei um Getreide- und Ölmühlen, die man an den hölzernen Flügeln sowie an ihrer spitzen Haube, dem „cap“ erkennt.

Die für die Insel so typischen und meist verbreiteten Windmühlen sind Wassermühlen. Hiervon gibt es ca. 2.500, meist in der südöstlichen Region, z.Bsp. um die Orte Palma, Ses Salines, Campos, Muro und Sa Pobla. Hier stehen noch zum Teil sehr gut erhaltene Exemplare. Die älteste noch erhaltene Windmühle steht in der Eben von San Jordi, sie wurde 1845 erbaut.

Die Wassermühlen haben eine pfeilförmige Windfahne, mit denen man das Wasser in einen Wasserspeicher pumpte, den sogenannten „safareig“.  Die am häufigsten zu sehende und älteste Wassermühlenart ist die „Moli de Ramell“. Sie hat hölzerne Flügel, welche von Hand geöffnet wurden und flache Dächer haben. Leider sind diese alten Mühlen nicht sehr gut erhalten, oft ist nur noch der Turm übrig geblieben. Bei den neueren Wassermühlen hat man mittlerweile leichtere und langlebigere Metallflügel verwendet. Noch heute werden Sie zur Grundwasserförderung zur Bewässerung der Felder genutzt. Die Getreidemühlen hingegen werden nicht mehr genutzt und stehen heute still.

Viele der Mühlen sind leider im Laufe der Zeit verfallen, wurden jedoch nach und nach von den einzelnen Gemeinden wieder aufwendig restauriert. In manchen der restaurierten Mühlen befinden sich heute Restaurants, wie beispielsweise das Restaurant „Moli de Torent“ in Santa Maria oder das Restaurant "Es Moli de Pina" in Pina.