Kategorie: Mallorca 20.04.2011 11:41

Windenergie – Ein teurer Traum


Eigentlich sollte ein Großteil der schönen Mühlen auf Mallorca zur Stromerzeugung umgerüstet werden. Rund 7 Millionen Euro waren für die Mühlen in Campos geplant. Doch die Mühlen stehen weiterhin still. Mehr als 3.000 Windmühlen gibt es auf Mallorca, doch die Inselregierung tut sich schwer, das Potenzial dieser möglichen Stromerzeuger zu nutzen. Die Mühlen in Campos beispielsweise pumpten früher Wasser aus tiefen Lagen nach oben und sollten nun für die Energieerzeugung umgerüstet werden. Leider scheiterte der Plan. Da zudem Geld für die Wartung fehlt, verfallen die schönen Wahrzeichen der Insel langsam.

Das Projekt würde von dem früheren balearischen Ministerpräsidenten ins Leben gerufen und es wurde hierfür sogar von Madrid aus Geld locker gemacht. Rund 500 Mühlen sollten nach und nach restauriert und umgerüstet werden. Die Eigentümer der Windmühlen sollten sogar an den Einnahmen durch den Stromverkauf durch den Energieversorger beteiligt werden. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen und erst 2009 gingen ca. 24 Mühlen ans Netz – eine magere Bilanz. Der Stromertragswert der umgerüsteten Mühlen war rund 9.000 – 12.000 Euro und steht in keinem Verhältnis zu den Ausgaben für Wartung und Versicherungen.

Die älteren Bewohner der Gemeinde waren von Anfang an skeptisch. Früher entfernten die Bauern bei Sturm einfach die Lamellen aus den Windrädern. Dies sollten nun alles elektronisch gesteuert werden. Bei Sturm würden die Räder automatisch gestoppt – so war der Plan. Doch dass die Windräder einer intensiven Wartung bedürfen, bedachte man nicht. Viele der Mechanismen sind veraltet und verrostet. Schließlich gingen im Juli 2010 die Gelder aus und die Mühlen wurden seitdem sich selbst überlassen. Bislang wurden noch keine neuen Finanzmittel genehmigt. Manche Mühlenbesitzer hat die Umrüstung sogar Geld gekostet, denn die Kompressoren belasten die Stromrechnung. Die Lamellen können nun nicht mehr entfernt werden, da Sie mit Schrauben befestigt wurden.

Allerdings will man die Mühlen oder molinos, wie sie hier genannte werden, als touristische Attraktion bzw. Landschaftsschmuck und ethnologisches Erbe soweit möglich erhalten. Viele Mühlenbesitzer hoffen, dass sich ihre Mühlenräder doch noch irgendwann einmal wieder drehen und somit die Mallorquiner und auch die Touristen erfreuen.