Kategorie: Mallorca 26.05.2015 09:19

Tanca Mauern - Mallorcas Steinmauern


Die Geschichte und Entstehung der typisch mallorquinischen Steinmauern


Auf der balearischen Urlaubsinsel Mallorca sind gut erhaltene Trockenmauern, im katalanischen auch Tanca-Mauer genannt, immer wieder ein ganz besonderes touristisches Highlight. Vor allem im südlichen und östlichen Teil des beliebten Eilands ist diese spezielle Form des Mauerbaus in vielfältiger Form zu finden.

Geschichte der Steinmauern

Die Trockenmauern blicken bereits auf eine lange Geschichte zurück und frieden seit vielen Jahrhunderten unter anderem Bauernhöfe, Häuser und Stallungen ein. Auch als Stützmauern sowie zur Regulierung von Wasserläufen kamen sie vielfach zum Einsatz.

Ihren Ursprung haben die Trockenmauern in der prähistorischen Talayot-Kultur, die im 13. bis 2. Jahrhundert v. Chr. auf den balearischen Inseln vorherrschte. Die steinernen Überreste dieser sogenannten Megalithkultur, in Turmform gebaute Talayots, gehören bis heute zu den besonderen Sehenswürdigkeiten auf Mallorca.

Im Rahmen der neuzeitlichen Ausdehnung von landwirtschaftlichen Betrieben auf Mallorca kam der Trockenmauerbau ab dem 13. Jahrhundert n. Chr. zunehmend wieder in Mode und wurde bis in das 20. Jahrhundert hinein beibehalten.

Funktion der Tanka Mauern

Die Bauwerke aus hochwertigem Kalkstein sind sehr witterungsbeständig und schützen die Bevölkerung, ihre Landwirtschaft und ihre Nahrungsvorräte effektiv vor Überschwemmungen und Erosionen in der zerklüfteten, oftmals vegetationsarmen Landschaft der spanischen Insel. Der für die Tanca-Mauern notwendige Kalkstein konnte seit jeher in großen Mengen direkt auf der Insel abgebaut und zur jeweiligen Baustelle gebracht werden, wo die Steine in die jeweils notwendige Größe zerkleinert wurden.

Bauweise der Mauern

Die Trockenmauern wirken in ihrer Konstruktion auf den ersten Blick simpel. Wurde das Bauwerk jedoch von einem erfahrenen Handwerker, dem sogenannten "marger" erschaffen, ist es von hoher Qualität und nahezu unverwüstlich. Für den Bau der Trockenmauer bedarf es keinen Mörtel, an Werkzeugen kommen lediglich Hammer und Holzhammer, Meißel, Keile, Winkeleisen sowie einige Meter Schnur zum Einsatz.

Als erstes wird die Außenseite der etwa 90 cm breiten und sich nach oben auf ca. 80 cm verjüngenden Mauer mit großen Steinen gebaut. Der so entstandene Hohlraum wird mit kleineren Gesteinsbrocken und Erde aufgefüllt. Auf die Oberseite der Mauer werden dann Decksteine gelegt, die zusätzlich miteinander verkeilt werden. Die Seiten des steinernen Walls werden mit größeren Gesteinsbrocken geschlossen. Notwendige Trittstufen werden durch seitlich aus dem Mauerwerk herausragenden Steine gebildet.

Wo findet man die Tanka Mauern

Aufgrund ihrer Langlebigkeit prägen unzählige Trockenmauern bis heute das Bild des ländlichen Mallorcas, viele idyllisch gelegene Urlaubsfincas verfügen beispielsweise über die attraktiven Mauerwerke mit historischer Bedeutung.

Auch beim Wandern auf der malerischen Baleareninsel trifft der Urlauber mitten in der herrlichen Natur immer wieder auf altes Gemäuer. Zahlreiche sogenannte Rutas de Pedra en Sec (Trockenmauerrouten) führen durch die faszinierende Landschaft, eine beliebte Route führt unter anderem vom westlichen Puerto de Andratx durch das Tramuntana-Gebirge bis nach Pollensa im Norden von Mallorca.