Kategorie: Mallorca 09.05.2011 13:39

Rentner im sogenannten „17. Bundesland“ – Mallorca!


Seit mehreren Jahren werden die Zuwanderungen und Wanderungsbewegungen von Ausländern auf den Balearen beobachtet und erforscht. Eine Studie hat sich mit denjenigen, die sich als Rentner auf den Inseln der Balearen niedergelassen haben, befasst und ist nun zu ersten Erkenntnissen gekommen. 

Das vorläufige Ergebnis – die Studie ist noch nicht abgeschlossen – zeigt, dass die Rentner nicht gerne als Touristen gesehen werden. Die Insel-Ansässigen suchen auch meist die Gegenden, die von den großen Touristenströmen verschont geblieben sind. Gefragt sind ruhige Gegenden auf dem Land, fern ab von lauten Landsleuten oder den vielbesuchten Stränden mit lauten und grölenden Touristen. Beliebt sind hier die Bergdöfer Deià, Valldemossa, Llucmajor, Ses Salines an der Südost-Küste Mallorcas, sowie die Orte Manacor, Porreres, Vilafranca, Felanitx und Santa Maria. Hier kann man zumindest noch ein wenig typisch mallorquinisches Landleben geniessen.

Auch wenn viele deutsche Rentner Good-Bye Deutschland sagen und auf Mallorca einen Ruhesitz gefunden haben, so kehren sie doch meist zwei bis fünf Mal im Jahr wieder nach Deutschland zurück. Dies aber nicht zu Weihnachten, wie man vermuten könnte, sondern im Hochsommer, wenn die Insel vor lauter Urlauber aus allen Nähten quillt. Denn dann ist es „zuhause“ oft ruhiger als auf Mallorca selbst. Viele vermieten Ihre Ferienwohnung, Ferienhaus oder Finca in der Zeit dann sogar an Urlauber. Viele nutzen die Heimaturlaube besonders für Arztbesuche, denn die meisten trauen den Ärzten in Deutschland immer noch mehr als denen auf Mallorca oder anderen Balearen-Inseln.

Die Mehrheit der ­Mallorca-Rentner beabsichtigt, den gesamten Lebensabend auf Mallorca zu verbringen. Laut der Studie revidieren jedoch viele wieder ihre Entscheidung. Die Gründe hierfür liegen zum einen am Gesundheitszustand oder weil der Partner stirbt oder weil es in Deutschland familiäre Probleme gibt.

Besonders reizvoll für einen Lebensabend auf Mallorca ist vor allem das angenehme Klima und die Lebensqualität. Für die Politik des Landes interessieren sich die wenigsten und nur ein Bruchteil nutz das Wahlrecht.  Einer Befragung zufolge halten nur die wenigsten etwas von einer eigenen Ausländer-Partei.  Der vorherrschende Vorwurf, ausländische Rentner würden sich nicht genügend integrieren, stimmt jedoch nicht ganz. Viele engagierten sich Vereinigungen – insbesondere in internationalen.

Das Einkommen der ausländischen Rentner liegt bei ca. 1.500 bis 3.000 Euro pro Monat. Ein Dritten gab an, weniger als 1.500 Euro zur Verfügung zu haben. Allerdings sind diese Angaben mit Vorsicht zu sehen, dann besonders die Deutschen Befragten gelten als zurückhaltend bei der Angabe des Gehaltes. Viele zögern auch bei der Einschreibung ins Melderegister. Nur rund 86 Prozent der Befragten haben sich bei Ihrer Gemeinde gemeldet. Viele melden sich aus Angst vor dem spanischen Fiskus nicht an. Hier sollte man sich auch im Vorfeld genau erkundigen, denn das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien ändert sich auch immer mal wieder. Man geht davon aus, dass die Zahl der nicht-gemeldeten sogar noch weitaus höher ist.