Kategorie: Mallorca 21.02.2014 09:00

Prozessionsraupen - Mallorcas giftigste Tierchen


Es ist wieder Mandelblütenzeit auf der Insel in den Monaten Februar und März – aber gleichzeitig sind auch die wohl giftigsten Tiere der Insel wieder auf Wanderschaft: Die Prozessionsraupen.

Die Raupe ist die Vorstufe des Prozessionsspinners, eines Nachtfalters auf der Familie der Zahnspinner. Verbreitet sind die Falter insbesondere in Süd- und Mitteleuropa und sogar bis in den Süden Russlands und Vorderasiens. Die Nester der Raupen hängen wie Wattebäusche in den Pinien und sind recht gut zu erkennen. Sind die Raupen erst einmal geschlüpft, bewegen sie sich in Gruppen, meinst hintereinander gereiht, fort – daher auch der Name „Prozessionsraupe“.

Die Haare der Raupen sind leider hochgiftig und können gefährliche Allergien und Verbrennungen hervorrufen, wenn man mit ihnen in Kontakt kommt. Gerade Hunde, die gerne am Boden schnüffeln gehen Gefahr, die feinen Häarchen über den Kontakt mit der Nase und dann über die Schleimhäute aufzunehmen. Das kann fatale Folgen haben, wenn man die Symptome nicht rechtzeitig erkennt und einen Tierarzt aufsuche. Ist ein Hund erst einmal mit den giftigen Haaren in Kontakt gekommen, können apathisches Verhalten, Zittern und das Anschwellen der Zunge die Folge sein. Bei nicht rechzeitiger Behandlung muss den Hunden nicht selten ein Teil der Zunge entfernt werden.

Wer also eine Pinie in seinem Garten stehen hat, der sollte regelmäßig darauf achten, ob sich in seinem Baum eines der gefährlichen Nester befindet und diese in jedem Fall vernichten. Dies kann durch Verbrennen oder vergiften geschehen – viele schießen die Nester auch mit Schrot aus den Bäumen. Allerdings besteht hier dann die Gefahr, dass die Haare der Raupen durch die Luft doch noch weiter verbreitet werden. Kontaktieren Sie ggf. lieber Fachleute, die sich mit der Vernichtung der Nester auskennen – gerade wenn sich diese hoch in den Bäumen befinden.

Falls Sie bereits ausgeschlüpfte Raupen in ihrem Garten oder freien Feld begegnen, so halten Sie in jedem Fall Hund und Katzen fern und schützen Sie sich durch entsprechende Schutzkleidung und ziehen Sie in jedem Fall Handschuhe an.

Falls Ihr Hund trotz aller Vorsicht doch einmal mit der Raupe in Kontakt kommt oder Sie nur den Verdacht haben, so können Sie erste Hilfe leisten indem Sie die Nase, Lefzen und Zunge mit einem feuchten Küchenkrepp abwischen. Dabei jedesmal ein frisches Krepptuch verwenden und immer von innen nach außen streichen – und so schnell wie möglich den Tierarzt aufsuchen!