Kategorie: Mallorca 14.02.2011 11:57

Llubi, Sineu und Petra – wo Mallorcas schwarze Schweine zu Hause sind


Die traditionelle mallorquinische Küche war schon seit jeher eine Fleischküche. Sollte man nicht meinen, wo man doch auf eine Insel von Wasser umgeben ist und eher vermuten würde, dass vorwiegend Fisch gegessen wird. Da jedoch früher kaum jemand an der Küste lebte, aus Angst vor Übergriffen durch Piraten, wurde Fleisch eine Hauptnahrungsquelle für die Menschen. Fischen war zudem nicht ungefährlich und kein besonders einträgliches Geschäft. Schon seit jeher waren die Mallorquiner für Ihre Schweinezucht bekannt. Besonders Spanferkel wurde und wird auch heute noch oft und gerne gegessen – über dem offenen Feuer oder auf dem Grill gegart ist es eine Delikatesse.

Anders als in Kastilien auf dem spanischen Festland, werden die jungen Schweine auf Mallorca erst ein wenig später geschlachtet, und zwar wenn sie ca.8-12 kg erreicht haben. Das Spanferkel hat bis zur Schlachtung nur Muttermilch getrunken und hat daher auch seinen unverwechselbaren und zarten Geschmack.
Die Ferkel dürfen zudem mit der Mutter frei herum laufen, was Ihre Muskeln stärkt und das Fleisch hat somit trotz Zartheit einen knackigen Biß. Heutzutage werden Schweine natürlich auch in Massenproduktion gehalten, sonst würde man der hohen Nachfrage gar nicht gerecht.

Es wird vom Schwein alles verwendet: Von der Keule wird Schinken hergestellt, der Rest wird zu Würsten, Presskopf, Blutwurst und anderem verwendet. Auch die berühmte Sobrassada wird aus Schweinefleisch hergestellt. Hier gilt besonders das Schwarze Schwein als Delikatesse.
In der Gegend von Llubi, Sineú und Petra läßt man die Schweine im Sommer auf den Äckern frei herum laufen. Hier wachsten übrigens auch sehr viele Kapernbüsche, allerdings mögen die Schweine keine Kapern nicht aufgrund ihres bitteren Geschmacks und lassen die Büsche daher links liegen. Die Büsche profitieren von dem Schweinedung und gedeihen so prächtig. Neben den Zuchtrassen werden in gebirgigeren Regionen auch Wildschweine in Gehegen gehalten, deren Fleisch einen besonders intensiven Geschmack hat.