Kategorie: Mallorca 18.05.2011 15:48

Fledermäuse fliegen leise durch die Nächte Mallorcas


Es gibt sie zahlreich auf Mallorca und lautlos gleiten sie durch die dunklen Nächte: Die Fledermäuse.

Das man sie nicht hört, liegt daran, dass sie sich ein Echolotsystem zu Nutze machen und so problemlos allem ausweichen können. Das Abkommen zum Erhalt der Fledermäuse, Eurobats, soll die Tiere schützen und zum Erhalt ihrer Art beitragen. Eurobats hat zusammen mit den Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum „Internationalen Jahr der Fledermaus“ erklärt. Tierschutz- und Umweltorganisationen aus aller Welt wollen durch gezielte Aktionen und in enger Zusammenarbeit so zum Artenschutz der Fledermaus beitragen.

Fledermäuse können weite Strecken zurücklegen. In einer Nacht können sie beispielsweise von Palma im Süden bis Alcúdia im Norden Mallorcas fliegen. Dabei fressen sie ca. 3.000 Insekten – in einem Abend wohlgemerkt. Um die Tiere zu schützen, müssen sie teilweise eingefangen,  vermessen und fotografiert werden.  Dies ist nicht ganz einfach, denn obwohl die Fledermäuse recht klein sind, haben sie ziemlich spitze Zähne und können unangenehme Bisswunden zufügen, welche sich dann auch schnell entzünden können. Einmal im Netz, beruhigen sich die „murciélagos“, so werden sie im Spanischen genannt, jedoch recht schnell. Die winzigen Tierchen mit ihren kleinen Köpfen und überproportional großen Ohren klappen dann ihre Flügel zusammen, die doch eine beträchtliche Spannweite von rund 45 cm erreichen kann.

Am besten fängt man die nachtaktiven Tiere im März, wenn die Insekten anfangen zu schlüpfen und auszuschwärmen, denn dann finden die Flattermäuse reichlich Nahrung und sind zahlreich unterwegs nach einem erfolgreichen Winterschlaf. Fledermäuse sind nur nachts aktiv und schlafen tagsüber hängend in Felsspalten, Höhlen oder auch unter Brücken. Sie rücken teilweise so dich zusammen, dass praktisch ein Fledermausteppich entsteht. Manchmal verirren sie sich jedoch in Häuser, Dachgiebel oder hinter Fensterläden und jagen den Bewohnern der Häuser oft einen gewaltigen Schrecken ein, wenn sie in ihrer Ruhe gestört werden und losflattern. Daher haben sie leider ein eher schlechtes Image.

Das schlechte Image verdanken sie zudem auch ihren südamerikanischen Artgenossen, den Vampiren, die sich von Blut schlafender Haus- oder Nutztiere ernähren, wie Schweinen, Pferden oder auch Hunden.  Dies diente nicht zuletzt auch als Vorlage für diverse Dracula -Romane.

Dabei sind die Fledermäuse die einzigen Säugetiere, die fliegen können und somit ein kleines Wunder der Natur. Fledermäuse sind übrigens nicht per Schiff auf die Insel gekommen, wie so viele andere Tiere auf der Insel, sondern aus eigener Kraft dorthin geflogen und heimisch geworden. Das weibliche Tier bringt nach der Paarung im Herbst und nach dem Winterschlaf dann im Mai ein bis zwei Junge zur Welt. Fledermausweibchen kümmern sich sehr fürsorglich um ihren Nachwuchs und nehmen ihn auf ihren Beuteflügen mit. Die Jungen klammern sich dabei an den eigens dafür vorhandenen Scheinzitzen am Bauch des Weibchens fest. Wenn Sie größer sind kümmern sich andere Tiere in einer Art Fledermaus-Kindergarten um die Jungen während die Mutter auf Nahrungssuche ist.

Übrigens können Fledermäuse bis zu 35 Jahre alt werden und können nur schwarz-weiß sehen.  Insgesamt 19 verschiedene Arten sind auf Mallorca heimisch. Insgesamt gibt es rund 1.100 Arten der Nachtschwärmer weltweit. Alle auf Mallorca lebenden Arten sind gefährdet und stehen auf der Roten Liste der streng geschützten wandernden Wildtiere. Übrigens gelten Fledermäuse in China als ein Symbol für Glück und langes Leben.