Kategorie: Mallorca 09.01.2015 23:37

Alaró und seine Geschichte


Wenn die Einwohner von Alaro ein bisschen himmelwärts schauen zu ihrer Burg und die Geschichte ihres Dörfchens kennen, dann sollten sie stolz darauf sein, hier zu leben. Das Castell d’Alaro, hoch oben gelegen auf 824 Metern über dem Meeresspiegel, erwies sich als regelrechte Trutzburg und hielt allen Angriffen der räuberischen Mauren  in der Historie der Gemeinde gewissenhaft stand.

Die meisten Geschichten Alaros ranken sich um dieses Castell, von dem aus die Rundsicht auf die Insel einfach einzigartig ist. Und damit eignet sich das Dörfchen am Fuße des Tramuntana-Gebirges bestens als Ausgangspunkt für Wanderungen durch die mallorquinische Landschaft.

Erste Erwähnung in einem Dokument aus alter Zeit fand Alaro im Jahr 1241.Welchen Ursprung der Name hat, daran scheiden sich bis heute die Geister. Wie alt das Castell genau ist, bleibt ebenfalls unklar, aber es stand bereits im 10. Jahrhundert, als die Mauren vergeblich Versuche unternahmen, die Burg zu erobern. Selbst Alfons II., König von Aragon und Neffe Jaume II., damals König von Mallorca, schaffte es nicht, das Castell einzunehmen. Palma eroberte er allerdings in nur ein paar Tagen.

Blutige Geschichten sind es, die sich um die Burg ranken, denn Römer, Sarazenen und Templer lebten hier, bauten Türme an, vergrößerten die Burg und nutzten sie als „Aussichtspunkt“ für die nächsten Feinde, die immer mal wieder kamen. Einnehmbar war die Burg mit ihren hohen Mauern nie, allerdings fiel sie zweimal im 13. Jahrhundert in feindliche Hände – allerdings nicht, weil die Verteidiger die Schlacht verloren. Nein, sie gaben auf wegen Nahrungs- und Wassermangel. Heute ist das Castell d‘Alaro eine Ruine und ein Teil nicht mehr begehbar.

Alaró selbst ist ein beschaulicher Ort ohne große Hotels und wenig durch den Tourismus geprägt. Bekannt ist allerdings das Restaurant „Es Verger“ für seine rustikale mallorquinische Küche. Nach dem Ortsausgang Alaró in Richtung des Dörfchens Orient ist die Burg mit dem darunter liegenden Restaurant bereits ausgeschildert. Der Weg dorthin ist etwas steinig. Wer am Restaurant parkt, wandert 45 Minuten hoch hinauf zum Castell und genießt hier die Ruhe der Insel sowie den Blick auf den nördlichen Teil Mallorcas – und bei klarem Wetter sogar bis zur Nachbarin Menorca.

Markttag ist immer am Samstag vor dem Rathaus. Am 29. Juni feiert das Dörfchen die Fiesta San Pere, am 16. August die Fiesta „San Roc“. Die Bäckerei am Placa Ajuntament ist übrigens bekannt für ihre lockeren Ensaimadas aus Hefeteig.