Kategorie: Mallorca 05.02.2013 12:12

25 Jahre Albufera: Mallorcas Vogelschutzgebiet ist ein Traum


Der Nordosten Mallorcas ist, landschaftlich gesehen, ein besonders Gebiet, denn dort, ganz in der Nähe des Touristenstädtchens Puerto de Alcudia, befindet sich Mallorcas bekanntestes Sumpfgebiet. Vogelkundler wie ich, die auf die Sonneninsel reisen, machen sich sozusagen flugs auf den Weg dorthin, um sich von der Vielfalt der Tiere beflügeln zu lassen. Dieser Tage feierte die Albufera Jubiläum: Sie gibt es seit 25 Jahren. Und rund zweieinhalb Millionen Menschen begehrten in dieser Zeit Einlass. Für mich kein Wunder, denn das Vogelschutzgebiet ist einzigartig.

Heimische Vögel sind in dem Sumpfgebiet, das in den 80er Jahren zum Naturpark ernannt wurde, das ganze Jahr zu beobachten. Zahlreiche Zugvögel überwintern hier in diesem 17 Quadratkilometer großen Gebiet, das mit seiner vielseitigen Flora und Fauna ein wahrer Ruhepol der Insel ist – trotz der Nähe zu dem lebhaften Städtchen Puerto de Alcudia und den vielen Gästen, die in der Hauptsaison hierher kommen. Diese Zeit meide ich, da ich im Winter gerne die Ruhe der Insel genieße.

Das Sumpfgebiet hat eine lange Geschichte. Es entstand durch einen verlandeten See, der durch Dünen vom Meer getrennt wurde – vor rund 100 000 Jahren. Damals war das Feuchtgebiet noch weit größer als heute. Immer wieder wurde versucht, Teile der Landschaft trocken zu legen – und immer wieder machte das eigensinnige Meer den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Letzte Versuche unternahmen Briten im Jahr 1863, die das Land wirtschaftlich nutzen wollten. Auch sie konnten der Eigenwilligkeit des Sumpfgebietes nicht trotzen. Zu Anfang des 20. Jahrhundert wurde hier Reis angebaut und es entstand eine Papierfabrik, die sich hielt, bis der einsetzende Tourismus in den 60-er Jahren die Oberhand gewann.

Die Flora und Fauna ist vor allem deshalb so vielfältig, da einige Gebiete der Albufera durch Süßwasser, andere wiederum durch Salzwasser gespeist werden. Verantwortlich dafür sind Sturzbäche, die im Sommer wegen der geringen Niederschläge mehr und mehr versiegen. Salzwasser aus dem Meer dringt stattdessen aus der Bucht von Alcudia ein. Pflanzen siedelten sich in denen von ihnen bevorzugten Bereichen an und passten sich an die Gegebenheiten des Wassers an.

Viele einheimische Vögel sind hier zu Hause, viele Zugvögel bleiben für eine Weile dort. 61 Arten brüten hier im Vogelschutzpark Mallorcas, Flamingos, Strandläufer, Störche, Wanderfalken und Fischadler sowie der elegant-weiße Seidenreiher sind lediglich im Frühjahr und Herbst auf der Durchreise.